
In der janinebeangallery ist bis zum 13. Juni 2026 die Einzelausstellung „Figuring Out“ mit Bildern von Max Giermann zu sehen.
Max Giermann, da fragen sich viele, ist einem breiten Publikum als Schauspieler bekannt. Parallel zu dieser öffentlichen Karriere entwickelte sich eine eigenständige künstlerische Praxis: die Malerei. Es ist kein neues Experiment, sondern begleitet Giermann seit früher Kindheit als kontinuierliche Form des Ausdrucks.

Giermanns Malerei entsteht aus einem bildnerischen Prozess, der zeitlich weit vor seiner Bekanntheit als Schauspieler ansetzt und bewusst unabhängig von eindeutigen Zuschreibungen bleibt. Zwar ist sein Name aus einem anderen Kontext vertraut, doch die Gemälde folgen einer eigenen inneren Logik und behaupten sich jenseits biografischer Lesarten. Zeichnen und bildnerisches Arbeiten waren für Max Giermann bereits in Kindheit und Jugend zentrale Ausdrucksformen. Früh entwickelte er ein ausgeprägtes Interesse an Figuren,Körpern und Gesichtern – weniger im Sinne eines Abbilds als vielmehr als Mittel zur Manifestation innerer Zustände. Die langjährige Unabhängigkeit von institutionellen Erwartungen und marktbezogenen Vorgaben prägte den offenen, freien Charakter seiner Werke.
Die ausgestellten Gemälde zeigen Figuren, Köpfe und Körperfragmente, ohne sich auf klassische Porträtdarstellungen oder einfache psychologische Zuschreibungen festzulegen. Entscheidend ist der Moment der Setzung als das Auftauchen einer Figur im Bild, die sich im Prozess formt und zugleich offen bleibt.

Ein wiederkehrender Schwerpunkt liegt auf dem Gesicht. Augen erscheinen übergroß oder asymmetrisch, Münder leicht verschoben, Köpfe frontal oder minimal gekippt in den Bildraum gesetzt. Der Hintergrund fungiert dabei weniger als klassischer Raum denn als spannungsvolle Fläche, die Figur und Bildträger miteinander verbindet. Charakteristisch für Giermanns Malerei ist die Balance zwischen Kontrolle und Offenheit.
Kunsthistorische Referenzen von expressionistischen Positionen bis zur gestischen Malerei des 20. Jahrhunderts sind spürbar, wie Giermann es formuliert: „Die Kunstgeschichte ist wie ein Requisitenfundus, aus dem man sich angstfrei und spielerisch bedienen darf.“

Zeitgleich zur Ausstellung erscheint zudem im fineBooks Verlag das Buch „PUNCHLINES“, das erstmals eine umfassende Auswahl von Max Giermanns Arbeiten versammelt.

ISBN 978-3-948373-81-8 www.finebooksverlag.com
Die 2004 gegründete janinebeangallery in der Torstraße 154 in 10115 Berlin ist Di-Sa von 12-18 Uhr geöffnet www.janinebeangallery.com
